Fr - Müllerthal Trail 1


Am nächsten Morgen erlebten wir eine echte Überraschung. Auf dem Müllerthal Trail marschierten wir durch Bergtürme, wie ich (und etliche andere Wanderfreunde auch) sie in dieser Mächtigkeit noch nie gesehen habe.

Felskolosse


Nach dem Frühstück fuhren wir um 8.00 Uhr mit dem Bus zum Parkplatz "Burgkapp", der nur wenige Meter westlich außerhalb von Consdorf liegt. Consdorf selbst liegt etwa 5 km (Luftlinie) westlich von Echternach. Dort stiegen wir in nordwestlicher Richtung in den Müllerthal Trail ein und begegneten schnell den beeindruckenden Riesen aus Stein.

 

Ich meine, die Bergtürme im Fichtelgebirge waren beeindruckend, aber sie wirkten eher wie Kinder der Giganten hier. Nicht umsonst nennt man das Müllerthal auch die luxemburgische Schweiz.


Der Weg führte entlang einer regelrechten Galerie an Felstürmen, einer hinter dem anderen. Man kann die fast furchterregende Größe mittels dieser Miniaturphotos natürlich nicht sehr gut darstellen. Trotzdem lässt sich die Kolossalität der Felsen ein wenig durch die danebenstehenden Bäume erahnen.

 

Die gelegentliche Überbelichtung oder Unschärfe bitte ich nachzusehen, musste ich die Photos doch immer "auf Trab" schießen ...

Goldfralay


In einige der Felsen konnte man sogar hineingehen und sie besteigen. Dies war beim "Goldfralay" der Fall. "Lay" heißt auf deutsch "Fels". Schon der Eingang machte klar, dass man seinen Bauch einziehen musste. Nicht alle wollten in den Felsen steigen, die meisten blieben zurück.


Drinnen erwartete einen fast totale Finsternis - bis sich die Augen angepasst hatten. Rechts ein Wegweiser im Schein einer Taschenlampe.


In oberen Drittel hellte sich der Berg wieder auf, jedoch musste man auf den teilweise glitschigen Steinen langsam gehen und sich gut festhalten. Aber das versteht sich ja von selbst.


Auf der Spitze des Felsens befand sich überraschenderweise ein Plateau, auf dem man beinahe hätte Fußball spielen können. Die senkrecht nach unten abfallenden Kanten waren jedoch nicht gesichert. Ein Fehltritt und man stürzte 30 Meter in die Tiefe. Wir aber benahmen uns wie erwachsene Menschen und traten nicht fehl.

 

Rechts im Bild ein stiller Kampf: Wer ist stärker, der jahrtausendealte Fels oder der junge Baum?

Wabenverwitterung


Immer und immer wieder konnte man an den Felsen seltsame Erscheinungen beobachten wie etwa diese wabenartigen Gebilde. Man hatte das Gefühl, als ob da gleich ein Riesenschwarm Bienen herausgeflogen käme. Was hatte das zu bedeuten? 


Die offizielle Erklärung fand sich auf einer Informationstafel zu einem der Felsen.

Waldwildnis


Nicht nur die Felsen waren imposant, sondern auch die sie umgebende Waldwildnis, die überwiegend aus freundlichem, hellen Laubwald bestand.


An sonnigen Tagen ist es eine Lust, hier zu wandern.

Eulenburg (Eileburg)


Die Eulenburg (Eileburg) war eine andere Felsburg, durch die der Weg führte. Der über den tiefen Spalt führende Steg zeigte an, dass auch hier das Plateau begangen werden konnte. Doch wir hatten das beispielhaft am Goldfralay getan und zogen daher weiter.


Die Stiegen wollten auch in der Eulenburg mit Sorgfalt begangen werden. In der Senke unten warteten bereits die anderen Wanderfreunde. 

Schiessentümpel


Die letzte große Attraktion auf diesem Teil des Müllerthal Trails war der Schiessentümpel, der von einem kleinen Wasserfall gespeist wurde. Unmittelbar vor dem Tümpel führte eine hübsche Bogenbrücke über den Bach. Wenn man von der Brücke runterschaute, sah man die vier großen Brocken, durch die der dreistrahlige Wasserfall zustande kam.


Dieses Bild ist eine Montage aus zwei Photos, die glücklicherweise bei der Belichtung nahtlos ineinander übergehen.

 

Film: Der Schiessentümpel im Müllerthal am 22.05.09

Christnach


Damit ist die Morgenwanderung vom Freitag in groben Zügen beschrieben.

 

Wir fuhren anschließend nach Christnach, einem Dorf ganz in der Nähe, um uns bei einem kleinen Rundgang die architektonisch interessanten Häuser dort anzuschauen. Diesen Teil hatte ich leider verpasst. Daher stehen mir dazu keine Photos zur Verfügung.

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